Waldfunktionen

Das Bundeswaldgesetz definiert die gesellschaftlichen Ziele, die an unsere Wälder gestellt werden. Es hat den Zweck, " den Wald wegen seines wirtschaftlichen Nutzens und wegen seiner Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für die dauernde Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, die Bodenfruchtbarkeit, das Landschaftsbild, die Agrar- und Infrastruktur und für die Erholung der Bevölkerung zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern." (BWaldG § 1)

Nutzfunktion des Waldes

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Immer hat der Wald direkten Nutzen erbracht. Ständig nachwachsend und in natürliche Kreisläufe eingebunden erzeugen unsere Wälder mit Ausgangsstoffen der Natur (Fotosynthese) Rohstoffe, die seit jeher wichtige Grundlagen das menschlichen Lebens waren. Seit Jahrtausenden wird Holz als Heizmaterial oder zum Bau von Häusern und Gebrauchsgegenständen genutzt.

Heute liefert der Wald Nutzholz für die Holzwirtschaft, Bau- und Papierindustrie. 
Seine Rolle als Energielieferant steigt ständig.

Schutzfunktion des Waldes

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Der Beitrag des Waldes zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Schutzzweck des Waldes kann dem Waldbesitzer Pflichten und Beschränkungen auferlegen.

Bodenschutz:

Bodenschutz bedeutet den Schutz eines Standorts sowie benachbarter Flächen vor schädigenden Wirkungen durch Wasser, Wind, Aushagerung, Rutschvorgänge und Steinschlag. Der Bodenschutzwald sollte möglichst eine Dauerbestockung aufweisen.

Wasserschutz:
Intakte Waldböden sorgen als natürlicher Filter für Trinkwasserqualität. Beispielsweise werden aus den bayerischen Wäldern jährlich in etwas 500 Mio. m³ Trinkwasser in das öffentliche Wassernetz eingespeist. Als Wasserschutzwald gelten alle Waldgebiete innerhalb vorhandener oder geplanter Wasserschutzgebiete.

Klimaschutz:
Eng verzahnt mit seiner Umwelt wirkt der Wald auf das lokale, regionale und globale Klima. Er verhindert die Entstehung bzw. das Abfließen von Kaltluft und bietet damit frostempfindlichen Kulturen Schutz (lokaler Klimaschutz), wie z. B. den Weingärten der Moselregion.
Im Wald treten keine extremen Temperaturschwankungen auf; er kann so ausgleichend auf seine Umgebung wirken.

Immissionsschutz:
Immissionen sind schädliche Einwirkungen durch Stäube, Gase, Strahlen und Lärm. Der Wald mindert die Belastungen durch

  • Ausfilterung von Stäuben,
  • Aufnahme von Gasen durch Bestand und Waldboden,
  • Auskämmen feinster Wassertröpfchen, die mit Schadstoffen belastet sind,
  • Ausfilterung radioaktiver Luftverunreinigungen,
  • Minderung von Industrie- und Verkehrslärm (Lärmschutzfunktion).


Lawinenschutz:
Lawinenschutzwald soll die Entstehung von Lawinen verhindern, abgehende Lawinen nach Möglichkeit bremsen und zum Stillstand bringen. Durch Einbringung "elastischer" Gehölze, wie Bergkiefer (Latsche), Weiden, Grünerle, Vogelbeere und Mehlbeere, kann der Kriechdruck der Schneemassen entschärft werden.

Sichtschutz:
Wald verdeckt Objekte, die das Landschaftsbild stören, wie Industrieanlagen oder Müllplätze, und schützt vor unerwünschtem Einblick.

Erholungsfunktion des Waldes

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Die Erholungsfunktion des Waldes hat heute einen hohen Stellenwert. Da die modernen Lebens- und Arbeitsbedingungen oftmals durch Hektik und Reizüberflutung geprägt sind, suchen viele Menschen einen gesunden Ausgleich im Wald. Als wohltuende Eigenschaften werden geschätzt:

  • Natürlichkeit als Kontrasterlebnis zur technisierten, städtischen Umwelt,
  • ausgeglichenes Klima ohne Temperaturextreme, mit verminderter Windeinwirkung und höherer Luftfeuchtigkeit (=Schonklima), 
  • Ruhe und Abgeschiedenheit,
  • saubere, frische Luft.